«Zu weit links»

Vertreter der Koalitionsregierung bezeichnen die Freie Liste als weit links. Als zu links, um für eine Regierungskoalition in Frage zu kommen.

Das erstaunt, denn die Freie Liste schlägt Lösungen für aktuelle Bedrohungen vor, die kaum zu ignorieren sind, auch wenn man die Welt aus einer eher rechten Perspektive betrachtet.

Die Freie Liste zeigt auf, dass sich das Vermögen in Liechtenstein immer ungleicher verteilt, also Reiche immer reicher werden und der Mittelstand stagniert. Die Freie Liste sucht nach Lösungen für eine gerechtere Verteilung. Sie schlägt Massnahmen vor, wie älteren Arbeitnehmenden und Frauen gute Berufsperspektiven geboten werden können. Sie macht sich stark für eine ausgezeichnete Bildung für alle, für eine Weiterbildung für Berufsleute, die im sich verändernden beruflichen Umfeld ohne Förderung schlechte Karten haben. Die Freie Liste setzt sich gegen Eurolöhne ein, mit denen Arbeitnehmende in Liechtenstein versteckte Lohnkürzungen hinnehmen mussten. Sie setzt sich für ein soziales und faires Unternehmertum ein, in dem auch die Umwelt berücksichtigt wird.

Die Themenwahl des diesjährigen Weltwirtschaftsforums (WEF), das ganz in der Nähe von uns in Davos stattfindet, zeigt, dass die von der Freien Liste gesetzten Themen weltweit «brennen».

Ökonomen sagen, dass Wirtschaftswachstum nur stattfinden kann, wenn alle von diesem Wachstum gleichermassen profitieren können. Deshalb wird in Davos diskutiert, wie bessere Ausgleichsmechanismen zwischen den Verlierern und den Gewinnern in einer Marktwirtschaft geschaffen werden können. Auch die voranschreitende Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft soll diskutiert werden. Ausserdem steht die Frage auf der Agenda, wie die Märkte gerechter gestaltet werden können, ohne dass sie an Offenheit verlieren.

«Brexit und Trump», so könnte das inoffizielle Motto des WEFs lauten. Offiziell treffen sich die Staats- und Wirtschaftsführer nächste Woche unter dem Titel «anpassungsfähige und verantwortungsvolle Führung».

Sind die WEF Organisatoren Linke? Oder die englische Premierministerin Theresa May, die sagt, sie wollte sich für mehr Chancengleichheit für die abgehängten Schichten in England einsetzen; nur so könne Gegensteuer zu populistischem Extremismus gegeben werden. Ist May nun eine Linke? Wohl kaum.

Dass die Regierungsparteien die Kernthemen der Freien Liste als zu weit links abtun, irritiert uns und wirft Fragen auf. Sehen die Liechtensteiner Grossparteien die aktuellen Herausforderungen, die auch weltweit als drängend betrachtet werden, nicht? Oder wird bewusst darüber geschwiegen?

Es langet – gnuag för alli. Freie Lischta wähla.

Die Landtagskandidatinnen und Landtagskandidaten der Freien Liste