«Zeit für mehr Gerechtigkeit»

Seitdem die SPD Martin Schulz als Kanzlerkandidat ins Rennen geschickt hat, sind die Umfragewerte der sozialdemokratischen Partei um 10 Prozent gestiegen. Schulz liegt in Umfragen zu Wunschkandidaten für das Kanzleramt zeitweise vor Angela Merkel.

Schulz bekennt sich klar zu linken Werten, viel klarer, als dies seine Partei in den letzten Jahren getan hat. Der Kanzlerkandidat erreicht die Menschen mit dem Slogan «Zeit für mehr Gerechtigkeit».

Der Kanzlerkandidat hat somit soziale Gerechtigkeit und Steuerpolitik ins Zentrum seines Wahlkampfes gerückt. Er sagt, es müsse endlich Schluss sein «mit dem Lohngefälle zwischen Mann und Frau».

Das Geld, das der Staat durch Steuererhöhungen gewinnt, möchte er «der hart arbeitenden Mitte», «Auszubildenden» und «Familien» zukommen lassen. So macht er sich für Ganztagesbetreuung und Kitas stark und für Bildung für alle. Man dürfe auch einen 55-jährigen Arbeitnehmer, der gerade seine Stelle verloren aber noch 12 Jahre bis zur Rente habe, nicht verloren geben. Auch ältere Arbeitnehmende sollen sich mit staatlicher Unterstützung weiterbilden können, damit sie nicht in die Sozialhilfefalle tappen.

Schulz sagt Populisten wie der Alternative für Deutschland (AfD) den Kampf an. Nur wenn es wieder mehr Gerechtigkeit, Respekt und Würde gebe, können auch populistische, ausgrenzende Parteien eingedämmt werden.

Ungleichheit bewegt nicht nur in Deutschland die Menschen. Die Welt wurde in den letzten Jahren und Jahrzehnten ungleicher und die Menschen bekommen dies zu spüren. Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich geöffnet. Der Mittelstand und auch Frauen können sowohl in Deutschland als auch in Liechtenstein weniger stark vom Wohlstand profitieren. Die Sorge um Arbeitslosigkeit mit über 50 steigt, die Sorge um die finanzielle Vorsorge und ein würdevolles Leben im Alter ebenfalls. Die Diskussion, wie viel Ungleichheit in einer Gesellschaft toleriert werden kann und wie Chancen für alle verbessert werden können, wird auch in Liechtenstein weiterhin geführt werden. Die Freie Liste wird sich dieser Diskussion stellen.

Fraktion der Freien Liste