Im aktuellen Weiss geht es um das schlechte Abschneiden der Frauen an Landtagswahlen und Quotenlösungen, um die Technisierung und die Folgen für den Mittelstand und um die bedenkliche Idee einer Indexierung des Kindergeldes.

Gemäss einer aktuellen Umfrage des Liechtenstein Instituts sprechen sich hierzulande 39 Prozent für mehr Umverteilung aus und genauso viele für weniger Umverteilung. Dieses Gleichgewicht dürfte aufgehoben werden, wenn eine weitere Digitalisierungswelle über Liechtenstein rollt, die derzeit Medien und Politik be- schäftigt. Gemäss sehr plausiblen Studien werden dann vor allem Jobs mit mittleren Qualifikationen wie Buchhaltung wegradiert und es bleiben sehr gut und sehr schlecht bezahlte Jobs übrig (siehe S. 8 und 9). Das wird dazu führen, dass hohe Löhne und auch tiefe Löhne kaum mehr nur als abhängig von «harter oder weniger harter Arbeit» wahrgenommen werden sondern häufiger als Glückssache. Der Ruf nach mehr Umverteilung wird lauter werden. Für den Forscher Andreas Brunhart ist klar, dass die Politik die «kreative Zerstörung von Arbeitsplätzen abfedern muss».
Reine Glücksache, die nichts mit Anstrengung zu tun hat, ist in Liechtenstein meist der Bodenbesitz. Die «Böden» werden innerhalb einer Familie weitervererbt und praktisch gar nicht besteuert. Wer ein Vermögen im Wert eines Bodens auf dem Bankkonto liegen hat, wird hingegen mit dem Sollertrag besteuert. Die Glücklichen, die ein Stück Boden mit einem Häuschen drauf besitzen, sparen ungefähr 1000 Franken im Jahr an Steuern. Dies ist ein Anreiz, die schöne Landschaft sorglos grosszügig zu verbauen. Fachleute zeigen ab Seite 12 interessante Lösungsideen auf, um diese Fehlentwicklung zu korrigieren.

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