«Herausforderungen und aktuelle Projekte in der Raumplanung» war gestern Thema an einer von der Freien Liste organisierten Diskussionsrunde. «Egal ob S-Bahn, Rheinaufweitung oder Biber», sagte der Moderator Wolfgang Marxer gestern. Es brauche für alles eine Raumplanung. In Liechtenstein geschieht diese auf verschiedenen Ebenen: Der Raumplanungsverantwortliche des ABI, Stephan Banzer, appellierte zur guten Zusammenarbeit zwischen dem Land, den Gemeinden, aber auch der Politik. Er sieht die Rolle des Landes als unterstützend und koordinierend. Wichtig sei, dass sich die Akteure nicht gegenseitig im Weg stehen. Gut funktioniert die Zusammenarbeit derzeit in einem innovativen Projekt in Mauren, das von der Gemeinderätin Claudia Robinigg-Büchel vorgestellt worden ist: Eine Bodenbank für Bauwillige. Einige Bodeneigentümer machen Druck auf die Gemeinde, weil sie zwar Bauzonen besitzen, darauf aber nicht bauen können. Die Bodenbank soll es Grundstückbesitzern ermöglichen, Boden in einer nicht erschlossenen Zone gegen Boden in einer erschlossenen Bauzone zu tauschen.

Christian Näff, ein Architekt und Immobilienportfolio-Manager betonte ebenfalls, wie wichtig ein gutes Zusammenspiel beider Ebenen ist. Er sieht aber noch weitere Dringlichkeit in der Raumplanung. Der Bodenmarkt sei verzerrt. Weil es kaum Boden zu kaufen gebe, sei dieser enorm teuer. In den Mietpreisen könne der teure Grund kaum weitergegeben werde, so lohne es sich nicht, Boden zu kaufen und Immobilien zu erbauen und zu vermieten. Als Grund dafür, dass es kaum Boden zu kaufen gibt, sieht er die steuerliche Bevorzugung des Bodens gegenüber anderem Besitz.

Die Freie Liste wird im Anschluss an die Diskussionsrunde mit weiteren Experten Gespräche führen und versucht das Thema Raumplanung wieder verstärkt auf die politische Agenda zu bringen.