Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integrieren

Die Schweiz will mehr Flüchtlingen Jobs verschaffen, denn ohne stärkere Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt drohen massiv höhere Sozialkosten. Auch die Flüchtlinge in Liechtenstein suchen Jobs. Das war eine zentrale Botschaft am diesjährigen Weltflüchtlings-Tag in Vaduz. Dort haben sich zwei gut ausgebildete Flüchtlinge den Medien vorgestellt: Beide haben in Intensivkursen Deutsch gelernt und sind auf Arbeitssuche. Mit Aktionen und Infoständen wurde auch auf das humane und berufliche Potential und die Chancen, die sich dadurch für Arbeitgeber bieten, hingewiesen.

Flüchtlinge in Liechtenstein dürfen nach ihrer Ankunft sofort arbeiten. Dies betrifft rund 140 Asylsuchende (N), vorläufig Aufgenommene (F) und Asyl Erhaltende (B). Ihre Arbeitsvermittlung organisiert im Falle von (N) und (F) der Verein für Flüchtlingshilfe. Wer bereits Asyl erhalten hat, wird vom Amt für Soziale Dienste (ASD) betreut. Es gibt gute Gründe, Flüchtlinge einzustellen.

Flüchtlinge sind «Experten» für kulturelle Veränderungen. Das bringt der Integrationsprozess mit sich. Rund ein Viertel der Flüchtlinge im Land sind seit mindestens zwei Jahren hier. Manche leben seit Jahren getrennt von ihren Familien und Kindern, nachdem sie mitansehen mussten, wie ihre Heimat zerstört wurde.

Flüchtlinge bieten Diversity. In internationalen Unternehmen werden «Diversity-Teams» (Diversity umfasst u.a. unterschiedliche ethnische Herkunft und Weltanschauung) längst als strategischer Erfolgsfaktor anerkannt. Warum nicht Flüchtlinge zu Vorstellungsgesprächen einladen? Daraus resultierende Arbeitseinsätze lohnen sich für alle, denn jeder arbeitende Asylsuchende oder anerkannte Flüchtling gibt dem Staat etwas zurück bzw. ist nicht auf öffentliche Gelder angewiesen. Sie oder er integriert sich leichter und erweitert das Kontaktnetz.

Noch zu wenig genutzt werden die Tandems – das sind Teams aus zwei Leuten, einer davon ein ehrenamtlich tätiger Deutscher Muttersprachler, der andere ein Flüchtling. Beide lernen zusammen regelmässig Deutsch. Die Initiative Praktische Hilfe hat mehrere solcher Tandems organisiert, vor allem für Leute mit Bewilligung N. Sie kosten den Staat nichts. Aus Tandems entwickeln sich oft Freundschaften.

Nur um es vorweg zu nehmen: Es gibt auch Einheimische, die seit Monaten oder Jahren Arbeit suchen. Auch sie brauchen dringend Arbeit und Arbeitgeber mit offenen Ohren.

Sie haben ein Jobangebot für einen Flüchtling? Sie wollen ein Tandem starten oder sich besser informieren? Melden Sie sich beim Verein für Flüchtlingshilfe.

Die Fraktion der Freien Liste