Mobilität – Genügt Freiwilligkeit?

Klimawandel: Genügt Freiwilligkeit?

Einstimmig – mit 25 Ja-Stimmen – hat der Landtag das Postulat ‚Prüfung zur Einführung eines verbindlichen Betrieblichen Mobilitätsmanagements (BMM)‘ zur Abklärung an die Regierung überweisen. Dies allerdings erst nachdem die gesetzliche Verpflichtung gestrichen wurde. Somit erfolgen die Abklärungen durch die Regierung unter der Vorgabe, dass alle betroffenen Betriebe ’freiwillig‘ mitmachen! Offensichtlich soll versucht werden, den Bären zu waschen, ohne ihm das Fell nass zu machen.

Reicht Freiwilligkeit aus? Der Klimwandel schreitet ungebremst voran. Lösungen sind in weiter Ferne. Liechtenstein blieb bisher zum Glück vor gravierenden Auswirkungen verschont. Aber fast täglich hören wir Berichte von Problemen bei der Trinkwasserversorgung, von Überschwemmungen, starken Unwettern, Geröll- und Felsstürzen und vom Abschmelzen der Gletscher.

In Liechtenstein hat u.a. die LGT bewiesen, dass ein moderates BMM erfolgreich eingeführt werden kann. An der Mobilitäts-Tagung in Vaduz präsentierte die LGT die Resultate: Die Anzahl der Fahrzeuge wurde um ca. 20% reduziert. Um den Autoanteil beim Arbeitsweg weiter zu senken, fordert die LGT 1. Mehr Eilbusse zwischen Balzers – Buchs – Sargans – Bendern 2. Höhere Taktfrequenzen der Busse, insbesondere zu den Hauptpendelzeiten, 3. Die Einführung eines Zonentarifs über die Landesgrenzen hinweg, 4. Eigene Busspuren, wo möglich mit Vorrang der Busse an Kreuzungen sowie 5. Die Aktivierung des S-Bahn FLACH Projekts. Wir teilen diese Forderungen.

 

Um die Erreichbarkeit der Arbeitsplätze mit dem Fahrrad zu verbessern sind die Fahrradrouten so auszubauen, dass sie für den Arbeitspendler optimal sind. Ein positives Beispiel ist die neue Langsamverkehrsbrücke zwischen Vaduz und Buchs.

 

Durch die Reduktion des unnötigen Motorisierten Individual Verkehr (MIV) kann auch Liechtenstein einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten. Der Verkehr trägt in Liechtenstein mit etwa 37% zu den gesamten CO2-Emissionen bei und wenn wir die Betrügereien der Autoindustrie mitrechnen, noch um einiges mehr.

 

Die Erreichbarkeit Liechtensteins ist einer der wichtigsten Kriterien für den Wirtschaftsstandort. Heute werden rund 75% der Arbeitswege per MIV bewältigt. Für eine bessere Erreichbarkeit ist es zwingend notwendig, das Verkehrsaufkommen mit geeigneten Massnahmen vor allem während der Hauptverkehrszeiten (HVZ) zu reduzieren.

Der Klimawandel wird immense soziale und wirtschaftliche Kosten mit sich bringen. Er stellt somit das grösste globale Umweltproblem des 21. Jahrhunderts dar. Wir von der Freien Liste sind uns dessen bewusst und wollen dass unser Land jetzt gegensteuert. Auch wenn die Möglichkeiten unseres kleinen Landes begrenzt sind, müssen wir uns trotzdem maximal für eine Wende einsetzen.

Die Freie Liste beobachtet das Thema kritisch und bringt Vorschläge. Ihre Anregungen sind willkommen: info@freieliste.li.