Postulat Faktische Gleichstellung
Medienkonferenz Faktische Gleichstellung

4 Schritte zur Faktischen Gleichstellung von Frauen und Männern

 

Die Freie Liste schickt im Dezember-Landtag das Postulat „Faktische Gleichstellung zwischen Frauen und Männern“ auf den Weg. Die Frauenförderung ist in aller Munde. Konservative Kreise wollen sie aufhalten und führen fadenscheinige Argumente wie das gefährdete Qualifikationsprinzip ins Feld. Nicht nur Liechtensteiner Frauenorganisationen wie „Hoi Quote“ oder „Frauen in guter Verfassung“ sind alarmiert. Wissenschaftler sprechen von „gläsernen Decken“, die Frauen am Vorwärtskommen hindern: Obwohl topp ausgebildet, übernehmen sie als Familienfrauen die Hausarbeit, erziehen die Kinder und pflegen ältere Familienangehörige. Sie ertragen Mehrfachbelastungen, verdienen im Job weniger als die männlichen Kollegen, arbeiten meist Teilzeit oder sind nicht berufstätig. Als Teilzeitbeschäftigte bzw. Geringverdienende sind sie versicherungstechnisch bei AHV und IV schlechter gestellt und stärker von Altersarmut betroffen. Ihre Lebensläufe münden in deutlich schlechteren Wahlchancen im Vergleich zu Männern. In wirtschaftlichen und politischen Führungsgremien sind sie „beschämend schlecht“ untervertreten. Im Landtag ist der Frauenanteil auf rund 12% gesunken. Auch in den Führungsgremien der Landesverwaltung, die in diesem Punkt eine klare Signalwirkung ausstrahlt, sind Frauen mit einem Anteil von rund 17% deutlich in der Minderheit. Guten Morgen, Liechtenstein! Wie passt das alles zu einer modernen Demokratie?

Was ist das Ziel des Postulats „Faktische Gleichstellung zwischen Frauen und Männern“? Die Freie Liste fordert die Regierung auf, öffentlich Stellung zu beziehen zu zentralen Themen der Frauenförderung. Aufgrund des Gleichstellungsgesetzes hat die Regierung seit 20 Jahren die Möglichkeit, die faktische Gleichstellung, d.h. den Vollzug der Gleichstellung im gesellschaftlichen und politischen Alltag, positiv zu beeinflussen und zu fördern. Das Postulat will den Weg ebnen für den dringend notwendigen Wandel in vier Hauptbereichen: Es geht um die möglichst paritätische Vertretung der Frauen in politischen Ämtern und um die Erhöhung des Frauenanteils in wirtschaftlichen Führungsgremien sowie um die Umsetzung der seit Jahren angestrebten Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen. Der vierte wichtige Punkt ist die Förderung von qualifizierten Teilzeitstellen auf Führungsebene, denn echte Teilzeitkarrieren stellen einen Meilenstein auf dem Weg zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf dar.

Die Freien Liste befürwortet, dass die Regierung eine Task-Force Frauen formiert, die sich die Erreichung der Faktischen Gleichstellung auf die Fahne schreibt. Überweist der Landtag im Dezember das Postulat, werden wir die Antworten auf die dringenden Fragen in wenigen Monaten zur Verfügung haben. Verfolgen Sie die Diskussion? Schreiben Sie uns Ihre Meinung auf info@freieliste.li.

Die Landtagsfraktion der Freien Liste