Vaduz, 13. September 2018 – Mit ihrem Postulat im November-Landtag beabsichtigt die Landtagsfraktion der Freien Liste (FL), den Anteil der biologischen Landwirtschaft in Liechtenstein auf 100% zu erhöhen. Die Regierung wird eingeladen, die Ökologisierung der Landwirtschaft voranzutreiben und alle erforderlichen Massnahmen zu treffen, damit ein sogenannter Bio Suisse Anteil von 100% in greifbare Nähe kommt. Die Fraktion der Freien Liste sieht in dieser Entwicklung grosse Vorteile für eine Vielzahl von relevanten Bereichen. Sie schlägt im Postulat vor, dass die Regierung die positiven Aspekte aufzeigt, welche eine Fokussierung auf eine stärkere Ökologisierung für das Gemeinwohl, die regionale Wertschöpfung, die Bodenfruchtbarkeit, die Wasserqualität und die Biodiversität mit sich bringt.Auch dem Aspekt Tierwohl ist in diesem Zusammenhang gebührende Beachtung zu schenken. Der hohe Ökologisierungsgrad birgt in den Augen der Fraktion der Freien Liste zudem einen Mehrwert für Tourismus und Naherholung. Das Postulat folgt auf die bereits im November 2017 eingereichte Interpellation der Fraktion der Freien Liste zur Ökologisierung der Landwirtschaft in Liechtenstein und stützt sich auf den entsprechenden B&A der Regierung sowie amtliche Informationen und Hintergrundberichte rund um das Thema.

Der Anteil der Bio-Landwirtschaft in Liechtenstein ist bereits heute rekordverdächtig. 39 von 102 Landwirtschaftsbetrieben führen ihre Betriebe nach den weltweit strengsten Biorichtlinien, nach den Richtlinien von Bio Suisse. Das sind somit stolze 37% Bio-Landwirte, die keine chemisch-synthetischen Wirkstoffe für die Unkraut- und Schädlingsbekämpfung und keine Düngemittel einsetzen dürfen. Dadurch belasten sie die Umwelt (Boden, Luft, Wasser) weniger.

Die vergleichsweise investitionsintensive biologische Landwirtschaft erlebt in den letzten Jahren einen regen Aufschwung. Dennoch ist die Fraktion der Freien Liste überzeugt, dass das Verbesserungspotential für die oben genannten Bereiche bei weitem nicht ausgeschöpft ist. Zudem erfreuen sich regional erzeugte, biologische Lebensmittel grosser Beliebtheit, was für diese Landwirte letztlich ein höheres Einkommen bedeutet. Mit einem Label «Bio» und «aus Liechtenstein» liesse sich darüber eine feste Marke etablieren, für welche Konsumenten bereits sind, etwas mehr zu bezahlen.