Das unselige Konkordat

Endlich wachen die Verantwortlichen auf – zumindest ein Teil davon. Dass das Konkordat in seiner vorliegenden Form nicht akzeptiert werden kann, war mir schon beim ersten Durchlesen klar.

1. Die Gläubige werden ihrer Mitspracherechte beraubt.

2. Die katholische Kirche wird gegenüber den anderen anerkannten Religionsgemeinschaften im Land stark bevorzugt, indem ihr nicht nur die Kirchen auf immer und ewig gratis zur Verfügung gestellt wird, sondern der Kirche wird faktisch auch mit einem symbolischen Preis von 1 Franken das Vorkaufsrecht eingeräumt.

3. Der Religionsunterricht an den Primarschulen wird in Zukunft jeweils zur Hälfte von Land und Gemeinde bezahlt. Mitreden, was genau unterrichtet wird, darf weder die Lehrerschaft, das Schulamt noch die Elternvereinigungen.

4. Der katholischen Kirche wird das Recht eingeräumt, Stiftungen zu gründen, die unter keinerlei staatlichen Aufsicht stehen.

5. Die katholische Kirche kann in Zukunft unbeschränkt Personen im Land ansiedeln.

Daher habe ich im Gemeinderat Schellenberg dem Konkordat nicht zugestimmt. Meiner Meinung nach wurde hier schlecht (oder gar nicht?) mit dem Vatikan verhandelt. Dieses Konkordat ist das pure Gegenteil des Ursprungsgedankens, eine Trennung von Kirche und Staat einzuleiten, denn mit diesem Staatsvertrag binden wir uns noch stärker an die Verpflichtung, für die katholische Kirche im Land zu bezahlen. Es geht sogar soweit, dass einige Abmachungen des Konkordat unkündbar sind.

Patrick Risch