Das versteckte Botschaftspersonal

2013 waren bei den acht Liechtensteinischen Botschaften im Ausland 13 Personen beschäftigt, die nicht dem diplomatischen Corps angehören, sondern Hausarbeiten oder Servicedienstleistungen erbrachten. Soweit ist das noch nichts Ungewöhnliches. Bei der Vorbesprechung des Budgets in der Aussenpolitischen Kommission wurde allerdings entdeckt, dass die Kosten für dieses Personal in der Buchhaltung über die Raumkosten verbucht wurden. Das erklärt z.B., warum wesentliche Raumkosten selbst bei Botschaftsgebäuden, die dem Land Liechtenstein gehören, anfallen.

Es kann aber nicht Sinn und Zweck einer transparenten Budgetierung sowie Buchhaltung sein, dass Personalkosten unter dem Posten Raumkosten «versteckt» werden. Obwohl die Aussenministerin in der besagten Sitzung Besserung versprach, ist selbstverständlich, wie üblich, nichts passiert. Das Budget für 2015 wurde dem Landtag in der ursprünglichen intransparenten Form vorgelegt.

Gesamthaft wurden so knapp eine halbe Million Franken als Raumkosten deklariert, obwohl sie eigentlich Personalkosten darstellen.

Transparenz und Nachvollziehbarkeit sind gerade auch im Budgetierungsprozess unerlässlich.

Thomas Lageder, Landtagsabgeordneter der Freien Liste