Die unbequeme Wahrheit

Alles kann hinterfragt werden. In einer Demokratie soll auch darüber diskutiert werden, welche Massnahmen getroffen werden sollen, um den CO2-Ausstoss zu verringern. Der Titel des DU-Bürgerforums «Die unbequeme Wahrheit» lädt nicht zu einer Diskussion ein. Die DU nehmen mit ihrem Bürgerforum die «Wahrheit» in Beschlag: Der Klimawandel ist eine Lüge und ihre frohe Botschaft lautet: Egal, wie viel Öl, Kohle und Gas wir noch verbrennen, alles kein Problem.

Die DU berufen sich auf sogenannte «Klimaforscher», die ihre Erkenntnisse auf einer Homepage publizieren, auf der sich «Wissenschaftler» ihre Aufsätze vom American Petroleum Institute finanzieren lassen. Es kommen Forscher zu Wort, die behaupten, die Grünen hätten mehr Menschen auf dem Gewissen als der Faschismus und der Sozialismus zusammen und junge Klimaschutz-Aktivisten werden mit der Hitlerjugend verglichen.

Es wird Hass geschürt gegen alle, die sich gegen den Klimawandel engagieren. Mit seriösen wissenschaftlichen Quellen sieht es dabei aber schlecht aus. Von der Qualität der Veröffentlichung der Referenten der DU am Bürgerforum kann sich jeder selbst ein Bild machen, der die EIKE-Homepage studiert.

Mit «Unbequeme Wahrheiten zum Klima und zur Energie» stellen sich die DU auf ein du und du mit Lobbyisten, die es sich sehr einfach machen, der Menschheit eine Freude zu bereiten und selber ein gutes Geschäft damit machen.

Um der ganzen Bürgerforumsveranstaltung noch eine gesuchte Protesthaltung zu verpassen, geben sich die DU den Anstrich «unbequem», obwohl sie sagen, was angeblich alle Wähler gerne hören wollen.

Wer eine zweifelhafte Wahrheit für sich pachtet und dann noch behauptet, sie wäre eine unbequeme, verkauft die Menschen gleich für dumm. Das ist nicht viel besser, als sich von der Öllobby bezahlen zu lassen, um mit «wissenschaftlichen Erkenntnissen» den Ölverkauf anzukurbeln.

DU-Chef Harry Quaderer reiste vor einem Jahr mit der EWR/EFTA Delegation zu einer Konferenz nach Strassburg, als die Resolution zur Klima- und Energiepolitik der EU zur Sprache kam. Das Ziel der EU ist, die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent zu senken. Diese Resolution wurde einstimmig angenommen, Harry Quaderer aber war zur Zeit der Abstimmung nicht im Raum. Seine Proteststimme hat er bei dieser Gelegenheit nicht erhoben, sondern hat den bequemen Weg gewählt sich zu drücken.

Wir fordern Harry Quaderer und die DU Fraktion auf, nun ein klares Bekenntnis abzugeben. Sie sollen namentlich und öffentlich bestätigen, wenn sie tatsächlich unumstösslich darin die Wahrheit sehen, dass es keinen menschengemachten Klimawandel gibt. Wenigstens dieses bisschen Verantwortung müssen sie übernehmen.

Der Vorstand und die Landtagsfraktion der Freien Liste