Ein grossartiges Signal an alle Auslandliechtensteinerinnen und -liechtensteiner

160 Quadratkilometer mit wenigen Möglichkeiten für eine höhere Ausbildung sind ein so kleiner Raum, dass es viele der Bewohnerinnen und Bewohner für eine gewisse Zeit wegzieht. Nicht wenige haben gar keine Wahl, wenn sie sich schulisch und beruflich entfalten wollen. Liechtenstein ist für sie trotzdem sehr nah, einige leben in der Distanz eines Nachbardorfes von der Heimat entfernt, andere in der Distanz zur nächsten Stadt. In fünf Minuten oder einer Stunde sind sie «im Land». Bei diesen Dimensionen überrascht es nicht, dass viele Auslandsliechtensteinerinnen und -liechtensteiner bestens informiert sind, was in ihrer Heimat läuft; sie haben ein Interesse an einer Mitbestimmung. Diese Woche ist ein entsprechender Vorstoss für das Stimm- und Wahlrecht für Auslandsliechtensteiner überwiesen worden.

Die Fraktion der Freien Liste möchte sich bei der Mitstreiterin VU und auch den Unterstützern aus anderen Parteien herzlich bedanken. Der Einbezug der Auslandsliechtensteiner ist eins unserer Ur-Anliegen: Der lange Prozess wurde im Jahr 2013 von der FL erneut angestossn. Nun sind wir einen Schritt weiter, um das Unding aufzuheben, dass sich ein so kleiner Staat leistet; nämlich Bürger politisch auszuschliessen, die zum Teil für Liechtenstein im Ausland tätig sind, in Liechtenstein als Grenzgänger arbeiten und teilweise sogar hier Steuern zahlen.

Argumente gegen mehr Demokratie zu finden, ist immer schwierig: Häufig werden sie aus Angst, Macht und Einfluss abtreten zu müssen, konstruiert.

Die Voten der neun ablehnenden FBP-Abgeordneten konnten am Mittwoch so auch wenig überzeugen. «Wer die Musik bezahlt, bestimmt was gespielt wird», war zu hören. Die Aussage wirft Fragen auf: Wären somit generell diejenigen, die (noch) keine direkten Steuern bezahlen, weniger geduldet mitzubestimmen? Sollten daher laut FBP Doktrin Ausländer, die in Liechtenstein Steuern zahlen, in Zukunft abstimmen dürfen? Bezahlt der zweite Souverän Steuern? Junge Wählerinnen und Wähler und Auslandsliechtensteinerinnen, von denen viele irgendwann in ihre Heimat zurückkehren, bekommen ihre Wahl durchaus zu spüren und haben ein entsprechend grosses Interesse an der Zukunft.

Für die vielen Landesbürgerinnen und Landesbürger, die im Ausland für eine Liechtensteiner Firma arbeiten, die den LED auf einem anderen Kontinent vertreten, die sich im Ausland ausbilden lassen oder die zu Grenzgängern geworden sind, sind die neuen Rechte ein Signal: Es lädt diese dazu ein, mit ihrem Wissen und ihrer Lebenserfahrung zu Liechtensteins positiver Entwicklung beizutragen.

Die Fraktion der Freien Liste, Helen Konzett Bargetze, Wolfgang Marxer, Thomas Lageder, Patrick Risch und Andreas Heeb