Gelebte Solidarität: Ein Dankeschön

Die Solidarität Liechtensteins gegenüber den Flüchtlingen ist enorm: Wie eine Kleine Anfrage gezeigt hat, nehmen Menschen Flüchtlinge bei sich auf, stellen ihnen unentgeltlich Wohnungen zur Verfügung, unterrichten sie in Deutsch und spenden Kleidung und Nahrungsmittel. Auch der Landtag bekundete – mit Ausnahme eines Abgeordneten – in einer konstruktiven Diskussion Solidarität und die Bereitschaft, seinen Teil zur Lösung dieser Krise zu leisten. Liechtenstein könne noch mehr tun als bisher: Liechtenstein könne mehr Flüchtlinge aufnehmen und stärker als bisher mit finanziellen Mitteln vor Ort helfen.

Der Landtag hat eindrücklich dargelegt, dass Liechtenstein in der Vergangenheit schon grosse Hilfe bei humanitären Krisen geleistet hat und noch nicht an die Grenze kommt. Für Stimmenfang ganz rechts mit dem Schüren von Ängsten und Begriffen aus einer längst überwundenen Zeit hatte der Landtag in der Aktuellen Stunde des Oktober kein Verständnis: Es war auch allzu durchschaubar, wozu Phrasen wie «Flüchtlinge mit gefälschten Pässen, die unsere Kultur unterwandern» von einem einzelnen Abgeordneten platziert worden sind.

Es ist sehr erfreulich, dass die Regierung, die Mehrheit des Landtags und der Bevölkerung sich über die Situation informieren – ohne Ängste auszublenden – und nicht mit Abschottung reagieren möchten. Liechtenstein ist ein Teil von Europa, hat sich der Genfer Flüchtlingskonvention verpflichtet und gehört zu den Schengen-Dublin Staaten. Ein Blindflug ist nicht die Europäische Flüchtlingspolitik, sondern ein Blindflug von gigantischem Ausmass wäre eine Isolation Liechtensteins mit einer humanitären Verweigerungshaltung.

Wir wünschen uns, dass Liechtenstein weiterhin Mut und Solidarität zeigt und der Staat wie vom Landtag gewünscht und angekündigt, die Menschen in Krisengebieten durch Hilfsorganisation vor Ort noch stärker unterstützt.

Der Vorstand der Freien Liste