Unbelastet von Fakten lebt es sich leichter

„Übler Zynismus“ war ein Vorwurf, den sich „Die Unabhängigen“ in der heutigen Diskussion im Landtag um die Klimaerwärmung quer durch alle Parteien anhören mussten. Die Gelben versuchten schon in ihrem Informationsdossier alle, die sich bemühen, den CO2-Ausstoss möglichst niedrig zu halten, als Hysteriker darzustellen, denen es gänzlich an Gelassenheit fehlt: „Ein bisschen mehr Wärme ähnlich wie in der Sonnenstube Tessin scheint gar nicht erwünscht zu sein.“ Seitens DU hiess es heute im Landtag, dass das Leben jedes Liechtensteiners viel angenehmer verlaufen würde, wenn er nicht an Bedrohungsszenarien glauben würde, wonach die Erdeerwärmung dramatische Konsequenzen für unseren Planeten hätten. Abgesehen davon, dass das Augenverschliessen keine politische Strategie sein kann: Klimaerwärmung heisst nicht nur, dass die Temperatur erhöht wird. Es kommt auch zu extremeren Wetterereignissen. In Liechtenstein könnten wir vielleicht mit dem Tessiner Klima leben. Stürme, Dürren, Überflutungen von ganzen Ländern sollten uns aber auch in Liechtenstein Sorgen machen. Die Klimaflüchtlingsströme nehmen laufend zu. Es wäre bestimmt angenehmer, diese Sorgen auszublenden und sich einzureden versuchen, dass uns diese Szenarien von Pseudowissenschaftlern eingeredet werden. Darf sich die Politik leisten, sich einer der grössten Herausforderung der Menschheit zu verweigern und sich aus der Verantwortung zu ziehen? Die Antwort hiess klar und deutlich von allen Parteien Nein.