Warum ich gegen das «Princely Tattoo» bin

Das «The Princely Liechtenstein Tattoo» findet jeweils im September in Liechtenstein statt. Bei der Ruine Schellenberg spielen Militär- und Polizeimusik-Bands aus Europa auf. Das Tattoo ist für Schellenberger Verhältnisse eine Grossveranstaltung: Es kommen während drei Tagen ca. 1600 Zuschauer. Hierzu muss aber sowohl eine Bühne im Innenhof als auch eine riesige Tribüne bei der Aussenmauer im Burggraben aufgebaut werden.

Der Aufbau verursacht jedes Jahr Flurschäden durch Fahrzeuge. Ob es zu Schäden an der denkmalgeschützten Burg an sich kommt, weiss ich nicht.

In Anbetracht der Tatsache, dass laut Benützungsreglement nicht einmal ein Feuerwerk auf der Burg und keine Zeltnägel auf dem Burggelände erlaubt sind, denke ich, dass es doch eine Belastung ist.

Die Burg liegt in der sogenannten Freihaltezone und bildet mit den Wiesen und Wäldern drum herum ein Naherholungsgebiet. Es stellt sich also die Frage, ob die Burg der richtige Ort für diese Veranstaltung ist. Dass der Anlass von der Gemeinde seit der ersten Durchführung tatkräftig unterstützt wird, wirft ebenfalls Fragen auf. Im ersten Jahr des Tattoos 2012 trug der Organisator das Risiko. Die Gemeinde hat aber finanzielle Mittel aus dem zweckgebundenen Kulturfonds und Arbeitsleistungen der Gemeindeangestellten gesprochen. Im 2014 wurde wiederum Unterstützung zugesagt, wie im Gemeinderatsprotokoll zu lesen ist:

«Das Ziel des Veranstalters, dass das Tattoo ab 2015 selbsttragend sein soll, erachtet der Gemeinderat als sehr erstrebenswert, auch wenn die Gemeinde für das Tattoo wohl weiterhin mit Manpower Unterstützung bieten wird.»

Im Jahr 2015 wurde dann eine finanzielle Beihilfe für die nächste drei Jahre von je 5000 Franken sowie unbeschränkte Arbeitsleistung der Gemeinde gesprochen. Für ein soziales Engagement der Gemeinde bei der Suppenküche (respektive Tischlein deck dich) in Schaan hatte die Gemeinde keine 500 Franken übrig

Meiner Ansicht nach müssen alle gleichermassen von der Unterstützung durch die Gemeinde profitieren.

Es muss transparent sein, wie viel jede Veranstaltung von der Gemeinde erhält. Wenn die Gemeinde sparen muss, geht für mich ein soziales Engagement definitiv vor. Nicht zuletzt bin ich gegen das Tattoo, weil ich die Ruine Schellenberg nicht für den richtigen Tattoo-Ort halte: Eine Veranstaltung darf keine Schäden hinterlassen, auch wenn diese wieder zuwachsen oder behoben werden können.

Patrick Risch, Gemeinderat in Schellenberg und Kandidat