Zweifelhafte Aufsicht des Landesmuseums

Die öffentlich-rechtliche Stiftung Liechtensteinisches Landesmuseum ist überschuldet und muss saniert werden. In den letzten zehn Jahren schloss das Liechtensteinische Landesmuseum vier Mal mit einem Verlust ab, nämlich in den Jahren 2006, 2009, 2011 und 2012. In allen anderen Jahren resultierte eine positive Jahresrechnung. Das Stiftungskapital lag Ende 2003 bei CHF90‘725.50, erreichte Ende 2008 mit CHF547‘718.45 seinen Höchststand und liegt mit dem Jahresabschluss 2012 erstmals im Minus, und zwar bei CHF184‘311.–.


Aufgrund des Berichts der Finanzkontrolle vom 12. September 2012 hat die Regierung Sofortmassnahmen zur Kontrolle und Verbesserung der Finanzsituation beim Liechtensteinischen Landesmuseum eingeleitet, welche inzwischen umgesetzt wurden. Diese beinhalteten unter anderem die Erstellung eines Notbudgets und die Einberufung eines Experten im Rechnungswesen zur Unterstützung der Verantwortlichen für die dringend einzuführenden Kontrollmassnahmen und zur Verbesserung der Transparenz im finanziellen Bereich.
Das vom Stiftungsrat des Liechtensteinischen Landesmuseums und von der Regierung genehmigte Budget sieht für das Jahr 2013 ein Aufwandüberschuss von CHF210‘000.– vor. Somit wird der Defizitbetrag im Stiftungskapital mit der laufenden Rechnung 2013 abgedeckt. In den Jahren 2014 bis 2016 ist jeweils ein Einnahmenüberschuss von rund CHF30‘000.– vorgesehen, womit das Stiftungskapital wieder bei rund CHF100‘000.– zu liegen kommt. Wenn die eingeleiteten und beschlossenen Massnahmen korrekt und verantwortungsvoll umgesetzt werden, entstehen keine zusätzlichen Kosten.
Diese Ausführungen der Regierung erstaunen dahingehend, dass die Schuld für die finanzielle Misere auf den Stiftungsrat abgeschoben wird. Dieser trägt die Verantwortung gemäss Art. 13 des Gesetzes über die Steuerung und Überwachung öffentlicher Unternehmen (ÖUSG). Wie aber aus dem Text ersichtlich ist, war und ist die Regierung im Allgemeinen und die Kulturministerin im Besonderen an allen neuralgischen Punkten im Budgetprozess involviert.
Glücklicherweise kann das Schlimmste noch abgewendet werden. Besser spät als nie.

Thomas Lageder