Kommentar von Pepo Frick zur Spitalabstimmung

Kommentar von Pepo Frick, Hausarzt und Co-Präsident der Freien Liste, zum Abstimmungsergebnis «Spitalneubau» (Liechtensteiner Volksblatt, 25.11.)

SCHAAN «Es war eine eindeutige Entscheidung. Das gilt es so zu akzeptieren», zog Pepo Frick, Co-Präsident der Freien Liste und langjähriger Hausarzt, Bilanz über den gestrigen Abstimmungssonntag. Die Freie Liste hätte sich ein «Nein» gewünscht – mit dem Hauptargument, dass die Diskussion über die künftige Strategie des Landesspitals vertieft geführt und alternative Modelle ausgearbeitet werden können. «Nun wird es zwar eine neue Hülle geben, für mich ist nach wie vor nicht wirklich geklärt, wie es im neuen Gebäude weitergehen wird», wie Pepo Frick gegenüber dem «Volksblatt» sagte.

Spitalkonzept quer in der Landschaft

Er verwies darauf, dass so gut wie alle umliegenden Staaten ihre Spitalstrategien und deren Leistungsaufträge hinterfragt hätten – in Liechtenstein sei in den letzten zehn Jahren nichts Derartiges passiert. «Das Land hat es sich in dieser Sache zu einfach gemacht», so Frick. «Wie schon öfters betont: Das jetzige Konzept steht quer in der Spitallandschaft.» Er könne der Regierung nur stark anraten, sich dem Thema Spitalstrategie trotz des Abstimmungsresultats nicht zu verweigern und auch die Leistungserbringer in die Diskussion einzubeziehen. «Ich glaube nach wie vor aufgrund meiner 30-jährigen praktischen Erfahrung als Hausarzt daran, dass die momentane Richtung nicht die richtige ist.»

«FL gehen Hausärzte aus»

Trotzdem sei Pepo Frick nun froh, dass die Spitaldiskussion ein Ende gefunden hat. «Wir haben nämlich noch ganz andere Themen im Gesundheitswesen, die noch viel wichtiger sind», so der Co-Präsident der Freien Liste. «Ich möchte nur daran erinnern, dass beispielsweise die Gemeinde Vaduz nur noch eine einzige Hausärztin hat – im Pensionsalter wohlgemerkt.» Sicherlich möge dem Landesspital eine gewisse Bedeutung zukommen – viel bedeutender sei jedoch, dass dem Land die Hausärzte ausgehen. «Das Spital ist meiner Ansicht auch nicht die Drehscheibe des Gesundheitswesens – eine Haltung, die von der Regierung vertreten wird», wie Frick zum Schluss einbrachte und damit die Frage aufwarf: «Möchten wir, dass sich die Ärzte im Landesspital konzentrieren? Ich nicht!» (hm)

«Es ist noch nicht wirklich geklärt, wie es im neuen Gebäude weitergehen wird.»

PEPO FRICK