Demokratisch 1. Oktober 2025

Die Sturheit der Koalition kommt uns teuer

Die Prämienexplosion sei vorbei, das hat die Regierung im Frühjahr noch versprochen. Nun geht es doch wie gewohnt weiter. Den Bürgerinnen und Bürger die Prämien jährlich 5 Prozent raufzuhauen und danach Ratlosigkeit zu zeigen, gehört in Liechtenstein quasi zum guten Ton. Doch Gesundheitsminister Emanuel Schädler bringt wenigstens etwas neuen Wind in die Debatte, oder eher ein Ehrlichkeitslüftchen. Er spricht das aus, was die Freie Liste seit Jahren aufzeigt: Die Politik hat in diesem System keinen Plan, keine Möglichkeit, wirkungsvoll die Prämienlast für die Bürgerinnen und Bürger zu verringern. Was es braucht, ist echte Veränderung.
Dass sich die Regierungspar-teien schlichtweg weigern, dieser Wahrheit ins Gesicht zu sehen, hat nicht etwa mit Ignoranz zu tun. Sie wissen es besser. Der VU, FBP – aber auch den DpL – ist es schlichtweg wichtiger, ihre wohlhabenderen Parteifreundinnen und -freunde und Spenderinnen und Spender zu schützen. Und das auf dem Nacken der Gesamtbevölkerung.
Wir haben im letzten Jahr eine Möglichkeit aufgezeigt, mit der drei Viertel der Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner weniger Prämien zahlen
müssten als die heutige Durchschnitts-OKP-Prämie. Diesen Vorschlag wischten die bürgerlichen Parteien aber ohne mit der Wimper zu zucken vom Tisch – trotz 2100 Unterschriften aus der Bevölkerung. Die Regierung hat keine gerechte Lösung für die Prämienentlastung, wir schon. Die erwerbsabhängige Krankenkasse entlastet die Bevölkerung, ohne unsere Gesundheitsversorgung in zwei Klassen zu teilen. Diese Art der Gesundheitskostenfinanzierung ist auf der ganzen Welt gelebte Praxis. Sie führt dazu, dass die bestmögliche Gesundheitsversorgung für alle bezahlbar bleibt. Emanuel Schädler zeigt uns mit seinen Aussagen also vor allem eines: Eine wirkliche Entlastung wird es mit VU, FBP und DpL nicht geben. Die Veränderung muss aus dem Volk kommen.

Samuel Schurte, Vorstandsmitglied