Demokratisch 31. März 2026

Eigentümerwechsel bedeutet noch keine Medienvielfalt

Dass die VU sich von der Eigen­tümerschaft des Medienhauses trennt, wäre ein richtiger und überfälliger Schritt. Trotz un­ab­hängigem Redaktionsstatut – so enge Verknüpfungen zwischen Parteien und Medienunternehmen mit Quasi-Monopol widersprechen journalistischen Standards.
Nicht nur der Eigentümerwechsel ist transparent zu gestalten, auch die Trägerschaft und Finanzierung in Zukunft muss so offen wie möglich erfolgen. Eine Finanzierung durch eine oder verschiedene Stiftungen wird dem nicht gerecht. Weder die Herkunft der Mittel noch die dahinterstehenden Personen und ihre mögliche Einflussnahme lassen sich ausreichend durchschauen. Ebenfalls werden dadurch neue Abhängigkeiten geschaffen, denn Stiftungen sind nicht ausreichend zuverlässig und können ihr Engagement jederzeit beenden. Die vierte Gewalt gehört wie alle Gewalten auch unter die öffentliche Kontrolle.
Eines ist klar: Mit dem Wechsel der Eigentümerstruktur des Medienhauses ist die in den letzten Jahren zerstörte Medienlandschaft nicht wieder aufgebaut. Dafür braucht es mutige Lösungen für Trägerschaften ausserhalb von Parteistrukturen und undurchsichtigen Stiftungen. Medienvielfalt ist Service public. Dazu gehört ein Medium mit klar definiertem öffentlichen Informationsauftrag, um journalistische Qualität mit demokratischer Kontrolle zu verbinden. Ob dies durch eine neue Struktur des Medienhauses oder durch ein neues Medium erfüllt wird, ist am Ende nicht entscheidend. Ziel sein muss das Ende der Medienwüste und mehr Raum für vielfältige und unabhängige Medien.