Landesspital-Debakel: Jetzt hilft nur noch radikale Transparenz
Im Landesspital-Neubauprojekt war von Anfang an der Wurm drin. Es wurde auf Biegen und Brechen passend gemacht, was unbedingt passen musste. Wovor wir von der Freien Liste immer gewarnt haben, ist eingetroffen und das, was wir gefordert haben, wurde ignoriert. Schon nach dem ersten Projektstopp haben wir verlangt: Zurück an den Start, das Projekt sauber und ganzheitlich neu aufsetzen, die Strukturen so organisieren, dass die Verantwortlichkeiten klar sind. Aufbauend auf einer solchen seriösen Grundlage wäre dieses Debakel vermeidbar gewesen.
Trotzdem haben die Regierungsparteien samt DpL am Projekt festgehalten. Getrieben vom politischen Druck, dieses Spital so schnell wie möglich zu bauen. Dabei wurden Warnsignale ignoriert und allfälliges Unbehagen verdrängt, in der Hoffnung, dass es schon irgendwie gut kommen werde. Heute ist das Resultat dieser ignoranten Haltung offenkundig: gravierende Mängel, ein Projekt, das auf der Kippe steht, und – was am schwersten wiegt – ein massiver Vertrauensschaden. Dieses Fiasko trifft nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die vielen Mitarbeitenden, die tagtäglich im Spital ihr Bestes zum Wohl der Patientinnen und Patienten geben.
Was es jetzt sicher nicht braucht, sind einseitige Schuldzuweisungen, schon gar nicht von Parteiexponenten, die nicht nur im selben Boot, sondern buchstäblich auch selbst am Steuer sassen. Jetzt ist die Zeit für politische Verantwortungsübernahme und der Bereitschaft, genau hinzuschauen, auch wenn es wehtut. Die Freie Liste fordert eine unabhängige Untersuchung, die offenlegt, wo Planungs- und Führungsfehler passiert sind. Weshalb Warnungen übergangen wurden und wo Kontrolle nicht oder ungenügend wahrgenommen wurde. Ziel ist nicht, Fingerpointing zu betreiben, sondern zu analysieren und Klarheit zu schaffen, wie man es in Zukunft besser machen kann. Nur so kann verloren gegangenes Vertrauen wiedergewonnen werden.
Die Bevölkerung hat zweimal Ja zu einem Landesspital gesagt, die Menschen wollen aber ein Spital, das «verhebt». Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es jetzt radikale Transparenz, Aufarbeitung und einen echten Neuanfang. Dazu gehört auch eine fundierte Klärung, welche Leistungen dieses Spital künftig sinnvollerweise anbieten soll. Diese Klärung muss auf die regionale Spitalplanung, andere Gesundheitsversorger und gesellschaftliche Entwicklungen abgestimmt sein. Nur so kann ein zukunftsfähiges Spital entstehen, das den Menschen dient und sich langfristig trägt. Für die Patientinnen und Patienten von heute und für die kommenden Generationen.