Demokratisch 22. Februar 2026 Benjamin Risch

Politische Frage der Woche: Digitaler Zahlungsverkehr

Immer öfters wird bargeldlos bezahlt, es ist einfacher und bequemer. In der Schweiz wird am 8. März über die Initiative «Bargeld ist Freiheit» abgestimmt. Die Initiative will, dass in der Verfassung festgehalten wird, dass genügend Münzen und Banknoten in Schweizer Franken zur Verfügung gestellt sein müssen. Weiter hält das Komitee fest, die bargeldlose Bezahlung fördere die Verschuldung von Personen. Für den Ökonomen und Professor Mathias Biswanger ist Bargeld ein wichtiges Instrument für die Freiheit, wie er gegenüber «Blick» sagt. Staat, Banken und Unternehmen würden die bargeldlose Bezahlung fördern.

Wie stehen Sie zum digitalen Zahlungsverkehr?

Der digitale Zahlungsverkehr hat zweifellos viele Vorteile. Er ist effizient, schnell und im internationalen Austausch kaum mehr wegzudenken. Für Unternehmen reduziert sich der administrative Aufwand, da Bargeldtransporte entfallen und Prozesse transparenter werden. Gerade für einen Finanzplatz und Wirtschaftsstandort wie Liechtenstein ist die Anbindung an moderne, international kompatible Zahlungssysteme von zentraler Bedeutung.

Gleichzeitig zeigt die Initiative „Bargeld ist Freiheit“, dass den Menschen in Liechtenstein daran gelegen ist, Bargeld als Zahlungsmittel zu erhalten. Die Gründe hierfür mögen vielfältig sein: Anonymität, persönliche Freiheit oder auch soziale Inklusion. Dass sich der Zahlungsverkehr in Zukunft zunehmend digitalisieren wird, ist unbestritten. Dennoch ist es wichtig, den Wunsch nach Bargeld zu respektieren.

Ein rein digitaler Zahlungsverkehr hätte zudem ganz praktische Auswirkungen. Gerade in einem Land wie Liechtenstein mit alpinen Regionen und vielen kleineren Betrieben – etwa Berghütten, Friseursalons oder Familienunternehmen – ist eine stabile digitale Infrastruktur nicht überall selbstverständlich. Hinzu kommt, dass elektronische Zahlungen für kleine Unternehmen mit Transaktionsgebühren verbunden sind, welche die Margen zusätzlich belasten. Der bewusste Umgang mit Geld, der durch Bargeld unmittelbar erfahrbar wird, spielt für die finanzielle Allgemeinbildung eine wichtige Rolle. Ein vollständiger Verzicht auf Bargeld hätte gesellschaftliche Auswirkungen.

Für Liechtenstein halte ich deshalb einen ausgewogenen, parallelen Ansatz für richtig. Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern muss den Menschen dienen. Wir sollten die Vorteile moderner Zahlungssysteme konsequent nutzen. Gleichzeitig sollte Bargeld als allgemein akzeptiertes Zahlungsmittel erhalten bleiben – nicht aus Nostalgie, sondern aus Gründen der Freiheit, der Resilienz und der sozialen Inklusion.