Gesundheitskrise in Liechtensteins Haus- und Kinderarztpraxen
Schon vor Jahren haben Hausärzte auf den drohenden Mangel hingewiesen. Nun zeichnet sich dasselbe Problem bei Kinderärzten ab – verursacht durch eine veraltete Bedarfsplanung.
Die Schweiz hat die Unterversorgung bei Haus- und Kinderärzten bereits erkannt und ein Impulsprogramm gestartet. In Liechtenstein dagegen hat sich in den letzten 20 Jahren nichts getan. Abgesehen von Diskussionen über einen Neubau des Landesspitals und steigenden Prämien bewegt sich in der Gesundheitsvorsorge praktisch nichts.
Das Landesspital soll künftig die Lücke bei Kinderärzten füllen und auch die Kleinsten behandeln. Doch es bleibt offen, woher die zusätzlichen Fachkapazitäten kommen sollen, wenn sich kein Kinderarzt niederlassen kann.
Die Regierung agiert vorwiegend reaktiv beim Kostensparen, statt das System grundlegend zu reformieren: weg von der Kopfprämie hin zu einkommensabhängigen Prämien, weg von reiner Krankheitsbehandlung hin zu mehr Prävention. Statt Steuergelder zur Behandlung vermeidbarer Krankheiten einzusetzen, sollte deren Entstehung verhindert werden.
Die Folge ist ein Qualitätsverlust, besonders in der Pädiatrie, wo die Nachfrage durch junge Familien hoch ist. Die Bedarfsplanung muss dringend reformiert und die Niederlassung erleichtert werden. Flexiblere Modelle, wie sie in anderen Ländern erfolgreich praktiziert werden, könnten auch in Liechtenstein helfen.
Bisher gibt es keine klaren, koordinierten Strategien. Offizielle Stellungnahmen oder Dokumente des Gesundheitsministeriums sind kaum öffentlich zugänglich. Dies gilt als politisches Versäumnis, das die Krise verschärft. Ein «Runder Tisch» mit Ärztevertretungen, Spitalleitung und Politik ist dringend nötig, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.